soundtracks und drecksstreifen

Wenn es um Film-Soundtracks geht, unterscheidet man ja für gewöhnlich zwei Arten von Soundtracks: die, für die Musik extra komponiert wurde, wobei eher darauf geachtet wird, dass die Musik eine bestimmte Stimmung widerspiegelt. Dann noch die Soundtracks, bei denen eher Popmusik zum Einsatz kommt, die irgendwie im Zusammenhang mit der Zeit steht, in der der Film spielt.
Gerade bei den Letzteren gibt es einige, die ich persönlich extrem geil finde – wobei dabei natürlich zu beachten ist, dass es sich bei den Teilen meistens um eine gute Compilation handelt, die dann eventuell irgendwelche Erinnerungen an einen Film hochbringen kann (wenn der Film denn erinnerungswürdig war).

Eher selten, gibt es dann noch Soundtracks, die sowohl extra für einen Film produziert wurden, sich gleichzeitig aber auch nahtlos in die zeitgemäße Popkultur einreihen können.

judgement night

Warum ich jetzt gerade über Judgment Night irgendwas schreiben muss, obwohl das Ding Mitter der 90er schon zu Tode besprochen wurde? Der Soundtrack ist um so vieles besser als der Film; darum.

der soundtrack:

Ich glaube, dass es durchaus vorgekommen ist, dass sich der Standart Onyx-, Cypress Hill-, De La Soul-Fan bzw. Dinosaur Jr.-, Helmet-, Pearl Jam-Fan auf den Schlips getreten fühlte, weil einer seiner Lieblingsinterpreten da mit Vertretern eines komplett anderen Genres zusammenspielte, aber verdammt, ich habe das Ding geliebt. Im Nachhinein ist nicht nur faszinierend, dass da Rap- und Rock-Acts zusammenarbeiteten, sondern alleine schon die Zusammenstellung der verschieden Rap- bzw. Rockbands war erstaunlich. De La Soul und Onyx passen in der Regel wohl genauso wenig zusammen wie Teenage Fanclub und Biohazard – aber auf dem Ding, sind sie tatsächlich alle vertreten.

Nachdem ich den Judgement Night Soundtrack auf Kassette käuflich erworben hatte und das Band schon nach kürzester Zeit größte Abnutzungserscheinungen aufwies, gingen noch ein paar Jahre ins Land, bis ich den Film tatsächlich sah. Voller großer Erwartung verbrachte ich die Nacht vor der Klotze und konnte am Ende nicht fassen, was ich da sah…

Awesome:

der film:

Jahre der großen Erwartung konnten eigentlich nur zu einer tiefen Enttäuschung führen. Die hohe Erwartungshaltung war allerdings nicht die einzige Ursache für die Enttäuschung – so ein verdammter Mistfilm.
Auch der, seinerzeit auf MTV omnipräsente, Dennis Leary konnte da nix machen.
Ein junger Cuba Gooding Jr. hat wohl Glück gehabt danach noch Rollen zu bekommen. Wurde allerdings insofern bestraft, dass er nur in beschissenen Rotzstreifen mitmachen durfte (außer einem vielleicht, da hat er dann auch noch ’nen Oscar gewonnen).
Der Ruf von Emilio Estevez konnte glücklicherweise nicht angekratzt werden – Mighty Ducks, yo! Der Mann ist unsterblich.
Jeremy Piffen musste lang genug warten, bis er mal irgendwas Sinnvolles machen durfte.
So ein verdammter Mistfilm.

Doper Soundtrack (ein paar Tracks wirken allerdings so, als wären sie in die Jahre gekommen). Beschissener Film. Man kann’s nicht oft genug sagen.

Not awesome:

street fighter

Es gibt wenig, was mich derart beeinflusst hat wie Street Fighter. Gottes größtes Machwerk in 16-Bit. Noch nicht mal, dass ich’s sooo viel gespielt hätte, aber die Art und Weise wie dieses Spiel Einzug in die Popkultur gehalten hat, ist Wahnsinn. „Round 2. Fight!“ Hinzu kommt der Einfluss auf mich persönlich. Tiger-Uppercut rufen ist für mich ganz normal und gehört einfach zu meinem Wortschatz. Meine Art zu gehen ist eine Kombination aus den Bewegungen von E.Honda und Vega und meinen Sinn für Mode verdanke ich Guyle und Blanka.

Als 12-jähriger träumt man dann natürlich auch noch davon, wie gut eine Filmversion eines so legendären Videospiels sein könnte. Wie gesagt, sein könnte…

der film

Van Damme, Kylie Minogue, eine Geschichte, an die ich mich nicht wirklich erinnern kann, Kampfszenen, die langweilig waren. Verschwendete Zeit. Wackness pur. Dann doch lieber den animierten Film bzw. die Serie ansehen, oder einfach Jackie Chan zuschauen, wie er Street Fighter anpackt:

der soundtrack:

Es hat tatsächlich etliche Jahre bis mir das bewusst wurde und erst kürzlich wurde ich wieder daran erinnert, wie verdammt gut der Soundtrack zu dieser filmischen Katastrophe war. Bemerkenswert ist auch, dass eigentlich nicht davon auszugehen ist, dass eine derartige Besetzung auf einem Soundtrack für einen Film erscheint, der als plumpste Blockbuster-Masse ausgelegt ist.
Paris, Ice Cube, Ras Kaas, Saafir, Public Enemy, Oakland-Helden B.U.M.S., um ein paar Interpreten zu nennen, geben sich hier die Ehre und so ergibt dieser Score einen Gesamteindruck, der dem von Soundtracks klassischer „Hoodfilme“ wie Meneace II Society oder Clockers in nichts nachsteht (Hammer ist drauf – was das ganze leider etwas nach unten drückt).

Doper Soundtrack.
Beschissener Film.

Zum Saugen gibt’s noch eine kleine Auswahl von Tracks, die irgendwann mal auch auf einem Soundtrack zu hören waren. Das Gesamtbild ist eine Katastrophe, aber die Tracks sind alle Hammer. Wer in der Lage ist, mir als erster eine Übersicht zu schicken, von welchem OST welcher Song stammt, bekommt ’ne fette Überraschung.

soundtrackshit (81 MB)

Brothers Johnson – Strawberry Letter #23
The Gypsy Kings – Hotel California
Dion & The Belmonts–  The Wanderer
DJ – Grand Wizard Theodore – Subway Theme
Steelers Wheel – Stuck In The Middle With You
Jimi Hendrix – Foxy Lady
L7 – Shitlist
Public Enemy – He Got Game
Suicidal Tendencies – Institutionalized
Curtis  Mayfield – Freddie’s Dead
Funkdoobiest – Superhoes
Ray Parker Jr – Ghostbusters
Dusty Springfield – Spookie
Frankie Lymon & The Teenagers – Why Do Fools Fall In Love
Dean Martin & Ricky Nelson – My Rifle My Pony And Me

pax

F

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~ von Def Fred - Juli 30, 2010.

Eine Antwort to “soundtracks und drecksstreifen”

  1. Moin Fredgott,

    hab nun doch mal wieder in dein blog geschaut. muss schon sagen – hier jagt ein schmunzler den nächsten (um auch ein bisschen nostalgisch zu werden: „Elliot das Schmunzelmonster“ war mein erster Kinofilm.)

    macht wirklich spass, das zu lesen

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